„Den Boden und die Seele nähren“

Community Farming auf der Rabelades Farm, Brandenburg

Im April 2026 veranstaltete die Rabelades Farm das Community-Farming-Wochenende „Den Boden und die Seele nähren“. In Zusammenarbeit mit Kubib e.V. und mit Unterstützung der Care for Future Stiftung konnten wir die Honorare der Workshopleitenden, Werkzeuge sowie Bildungsmaterialien finanzieren. Die Rabelades Farm ist ein von Schwarzen queeren Menschen geleitetes afroökologisches Graswurzelprojekt. Unsere Farm setzt sich für nachhaltige Landwirtschaft, den Aufbau von Gemeinschaften und die Rückgewinnung des ländlichen Raums als Ort der Heilung und des Widerstands ein.

Mit diesem Workshop boten wir 16 Teilnehmenden die Möglichkeit, Landwirtschaft sowohl theoretisch als auch praktisch kennenzulernen. Der Workshop basierte auf indigenem landwirtschaftlichem Wissen, das auf Gegenseitigkeit und einem respektvollen Umgang mit der Natur beruht, anstatt gegen sie zu arbeiten. Dieser Ansatz fördert gesündere Böden, erhöht die Biodiversität, verbessert die Qualität von Lebensmitteln und trägt dazu bei, die Auswirkungen des Klimawandels abzumildern.

Ein zentrales Thema war der Unterschied zwischen konventioneller Bodenbearbeitung und pfluglosen Anbaumethoden. Dabei wurde vermittelt, wie eine möglichst geringe Störung des Bodens dessen Struktur schützt und ein gesundes Ökosystem unter der Erdoberfläche unterstützt. Ein weiterer Schwerpunkt war das Konzept des lebendigen Bodens. Dabei wurde Boden nicht als unbelebtes Material verstanden, sondern als lebendiges System voller Mikroorganismen, organischer Substanz und komplexer Wechselwirkungen, die das Pflanzenwachstum ermöglichen und erhalten. Darüber hinaus beschäftigten wir uns mit verschiedenen Methoden, fruchtbare Böden auf natürliche Weise aufzubauen und langfristig zu erhalten. Dazu gehörten Kompostierung, Gründüngung, pilzbasierte Bodenförderung sowie Komposttee. Diese Praktiken zeigen, wie sich Bodenfruchtbarkeit ohne den Einsatz chemischer Betriebsmittel nachhaltig stärken lässt.

Die praktische Arbeit auf der Farm war ein wesentlicher Bestandteil des Workshops. Teilnehmende und Workshop-Leitende bereiteten gemeinsam den Boden vor, legten Beete an und arbeiteten organische Materialien ein, um die langfristige Bodenfruchtbarkeit zu fördern. Durch diesen gemeinschaftlichen Prozess konnten die Teilnehmenden die Prinzipien indigener Landwirtschaft unmittelbar in der Praxis erfahren. Das Community-Farming-Wochenende „Den Boden und die Seele nähren“ ist Teil eines umfassenderen Engagements zur Förderung indigenen landwirtschaftlichen Wissens und gemeinschaftsbasierter Ansätze in der Landwirtschaft. Über die praktischen und fachlichen Inhalte hinaus schufen wir einen Raum für Austausch, Zusammenarbeit und gemeinsames Lernen. Die Erfahrung machte deutlich, dass die Regeneration von Böden nicht nur ein technischer, sondern auch ein zwischenmenschlicher und ökologischer Prozess ist, der Menschen, Wissen und Ökosysteme miteinander verbindet.

Nach oben scrollen