Sprechtrainings für aktivistische Medienmacher*innen in der Klimabewegung
Es war einer der ersten wirklich schönen Frühlingstage des Jahres 2026, als wir uns in Berlin zu unserem Sprechtraining zusammenfanden. Dazu einladen hatte der Verein Klimanews. Gekommen waren Aktivist*innen und Medienmacher*innen aus verschiedenen Ecken der Klimabewegung, alle mit dem gemeinsamen Wunsch, ihre Botschaften klarer, überzeugender und wirkungsvoller in die Öffentlichkeit zu tragen. Mit Unterstützung der Stiftung Care for Future konnten wir diesen Tag ermöglichen und damit in etwas investieren, das in unserem ehrenamtlichen Engagement oft entscheidend ist: die Fähigkeit, gehört zu werden und Botschaften zu formulieren, die ankommen – inhaltlich und auch in Ausdruck und Sprache.
In einem Blocktermin erarbeiteten alle Teilnehmer*innen gemeinsam die Grundlagen professionellen Sprechens. Inhaltlich umfasste das Training alle dafür relevanten Aspekte: Atemschulung und Zwerchfellatmung für eine entspannte, ökonomische Stimmführung; Übungen zu Stimmsitz, Stimmklang und Resonanz; das Finden der optimalen Sprechstimmlage als Basis für Ausdauer und Natürlichkeit. Darüber hinaus wurden Sprechtechnik und Aussprache geübt, das gezielte Einsetzen von Betonungen, Pausen und dem Stimmklang trainiert sowie das freie Formulieren anhand von Stichpunkten. Aufnahmen der eigenen Beiträge sowie deren Analyse bildeten den Abschluss des gemeinsamen Trainingsblocks. Im Anschluss folgten individuelle Einzeltrainings, die gezielt auf die persönlichen Stärken und Entwicklungsfelder jeder Person eingingen, inklusive Sprachaufnahmen, maßgeschneiderter Analyse und konstruktivem Feedback.

Abb. 1: Einige der Teilnehmenden und die Trainerin beim Training in Berlin

Abb. 2: Die Trainerin Anna Strittmatter
Für das Training konnten wir Anna Strittmatter von sprechart.de gewinnen, eine erfahrene Sprechtrainerin, die unter anderem schon das Wissenschaftszentrum Berlin, die Deutsche Bahn, das RTL Radio Center und das Robert Koch-Institut trainiert hat. Sie bringt damit eine Expertise mit, die weit über akademische Theorie hinausgeht. Anna Strittmatter gestaltete den Workshop passgenau auf unsere Bedarfe ausgerichtet: progressive Medienmacher*innen und Aktivist*innen, die im ehrenamtlichen Kontext professionell kommunizieren und ihre Themen mit Haltung und Überzeugungskraft vertreten wollen. Teilgenommen haben das Moderationsteam des Podcasts KLIMANEWS sowie Aktive von Fridays for Future, Together for Future, der UK Citizens‘ Climate Lobby und weiterer progressiver Organisationen und Initiativen. KLIMANEWS ist ein junges, ehrenamtlich organisiertes Medienprojekt, das Nachrichten über die Klimakrise leicht verständlich und zugänglich aufbereitet. Ziel ist dabei, insbesondere eine junge Zielgruppe fundiert und engagiert über Klima- und Umweltpolitik zu informieren. Die Gruppe war bewusst organisationsübergreifend zusammengesetzt, denn professionelle Kommunikationskompetenz ist ein gemeinsames Anliegen der gesamten Bewegung.
Damit stärkt das Training unmittelbar den Podcast KLIMANEWS: Professionellere Moderation bedeutet größere Reichweite, mehr Glaubwürdigkeit und eine gestärkte Fähigkeit, klimapolitische Botschaften zu setzen und relevante Themen in der öffentlichen Debatte sichtbar zu machen. Gerade in Zeiten des klimapolitischen Backlash ist gute, verlässliche und faktenbasierte Klimaberichterstattung entscheidend. Darüber hinaus entfaltet das Training eine Multiplikationswirkung: Die Teilnehmer*innen können das Erlernte in ihre jeweiligen Organisationen tragen und dort anwenden bei Interviews, Veranstaltungen, in sozialen Medien oder eigenen Medienprojekten. Nicht zuletzt demokratisiert ein solches Angebot Kommunikationskompetenz. Professionelles Sprechen ist in etablierten Institutionen selbstverständlich, in der ehrenamtlichen Zivilgesellschaft aber oft ein Luxus. Wer seine Botschaft nicht klar und überzeugend vermitteln kann, verliert Reichweite und damit politischen Einfluss. Dieses Training schafft Chancengleichheit für Menschen, die sich mit Herzblut und ohne institutionelle Ressourcen für eine gerechte Klimapolitik einsetzen.
Das Training war ein voller Erfolg. Die Rückmeldungen der Teilnehmer*innen waren durchweg positiv! Viele berichteten, dass sie bereits am Tag danach merklich sicherer und selbstbewusster vor das Mikrofon getreten sind. Wir sind überzeugt, dass Projekte wie dieses einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, die Stimmen der Klimabewegung hörbar zu machen – im wahrsten Sinne des Wortes. Es braucht nicht nur gute Argumente, sondern auch die Fähigkeit, sie wirkungsvoll zu vermitteln. Wir danken der Stiftung Care for Future für die Unterstützung dieses Projekts. Sie hat es uns ermöglicht, in Menschen zu investieren, die sich täglich ehrenamtlich für eine klimagerechte Zukunft einsetzen und ihnen eine Stimme zu geben, die bleibt.
